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Kaffeemaschine entkalken und reinigen

Kalk ist der häufigste Grund, warum eine Kaffeemaschine vorzeitig ausfällt — und der einzige, gegen den jeder selbst etwas tun kann. Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie das richtige Intervall und das richtige Mittel erkennen, dazu den Aufwand pro Bauart, Wasserfilter, Stromverbrauch und Lebensdauer.

Redaktion Kaffeemaschine Magazin Lesezeit: 7 Min
Entnommene Brühgruppe einer Kaffeemaschine wird unter fließendem Wasser abgespült

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Intervall, das für alle Geräte gilt, gibt es nicht — es hängt an Wasserhärte und Zahl der Bezüge.
  • Stellen Sie die Wasserhärte nach dem Auspacken ein. Sonst rechnet das Gerät mit dem falschen Wasser.
  • Prüfen Sie, welches Entkalkungsmittel der Hersteller vorsieht. Manche knüpfen die Garantie daran.
  • Ein Wasserfilter senkt den Kalkeintrag, ersetzt das Entkalken aber nicht.
  • Das Milchsystem wird nach jedem Gebrauch gespült, nicht am Abend.
  • Eine Abschaltautomatik ist der wirksamste Hebel beim Stromverbrauch.

Kaffeemaschine entkalken: Intervall und Mittel

Kalk setzt sich dort ab, wo Wasser erhitzt wird — im Thermoblock, im Boiler und in den Leitungen dahinter. Die Folgen kommen schleichend: Der Bezug dauert länger, der Kaffee wird kühler, und irgendwann bleibt die Pumpe stehen. Wie schnell das geht, entscheidet die Wasserhärte am Wohnort.

Einen festen Wert nennen wir deshalb nicht. Richten Sie sich stattdessen nach der Anzeige des Geräts: Der Tchibo Esperto mini bringt laut Datenblatt ein automatisches Entkalkungsprogramm mit, die PHILIPS Senseo Select eine Entkalkungsanzeige.

Prüfen Sie vor dem ersten Entkalken die Anleitung. Zu einer Rezension des De'Longhi Magnifica S gehört der Hinweis, dass der Hersteller für den Garantieerhalt seinen eigenen, teureren Entkalker verlangt — ein Punkt, der in die Rechnung der Folgekosten gehört.

Kaffeevollautomat entkalken

Vollautomaten führen das Programm selbst aus. Sie füllen Entkalker und Wasser in den Tank, stellen ein Gefäß unter den Auslauf und starten den Vorgang über das Menü. Danach folgt ein Spülgang mit klarem Wasser, damit kein Mittel in der Tasse landet.

Zwei Dinge gehen dabei regelmäßig schief. Der Vorgang wird abgebrochen, weil er länger dauert als erwartet — dann steht Entkalker im System. Und die Brühgruppe bleibt beim Entkalken eingebaut, obwohl die Anleitung sie draußen sehen will. Beides steht in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts.

Filterkaffeemaschine und Padmaschine entkalken

Hier gibt es meist kein Programm, sondern einen Durchlauf ohne Kaffee. Entkalkerlösung in den Wassertank, Brühvorgang starten, danach zwei bis drei Durchgänge mit klarem Wasser. Bei Maschinen mit Thermokanne läuft die Lösung mit durch die Kanne — sie wird anschließend separat ausgespült.

Ein herausnehmbarer Filtereinsatz, wie ihn die Rowenta Adagio Milano mitbringt, wird ebenso wie ein Dauerfilter getrennt gereinigt. Kaffeefett setzt sich im Sieb ab und ist mit klarem Wasser allein nicht zu entfernen.

Wasserhärte einstellen

Die Wasserhärte ist die Stellschraube, die am häufigsten unbenutzt bleibt. Sie gibt an, wie viel Kalk im Leitungswasser gelöst ist, und sie unterscheidet sich von Ort zu Ort erheblich. Ihren Wert nennt der örtliche Wasserversorger; viele Geräte legen zusätzlich einen Teststreifen bei.

Der Zähler im Gerät stützt sich darauf: Er meldet die Entkalkung, sobald die eingestellte Härte und die Zahl der Bezüge zusammenkommen. Steht die Härte zu niedrig, entkalken Sie zu selten. Steht sie zu hoch, entkalken Sie unnötig oft und verbrauchen Mittel. Die Einstellung dauert eine Minute und gilt für die Lebensdauer des Geräts.

Wasserfilter: wann er sich lohnt

Ein Wasserfilter im Tank bindet einen Teil des Kalks, bevor er in die Heizung gelangt. Er verlängert damit das Entkalkungsintervall, ersetzt das Entkalken aber nicht. Zwei Bauformen sind üblich: Wechselkartuschen und wiederverwendbare Einsätze; in diesem Vergleich kommt nur die wiederverwendbare Bauform vor.

Der PHILIPS LatteGo 5400 arbeitet laut Hersteller mit einem wiederverwendbaren AquaClean-Filter, der De'Longhi Eletta Explore ebenfalls mit einem wiederverwendbaren Wasserfilter — beide ohne laufende Kartuschenkosten. Bei Geräten mit Wechselkartusche gehört deren Preis zusätzlich in die Rechnung; bei weichem Wasser lohnt sich ein Filter oft ohnehin nicht.

Kaffeemaschine reinigen: Brühgruppe und Milchsystem

Entkalken entfernt Mineralien, Reinigen entfernt Kaffeefett und Milchreste. Das sind zwei verschiedene Arbeiten mit zwei verschiedenen Intervallen. Wer nur entkalkt, hat eine kalkfreie Maschine, die ranzig schmeckt.

Brühgruppe reinigen

Ist die Brühgruppe entnehmbar, spülen Sie sie unter fließendem Wasser ab — ohne Spülmittel, weil dessen Reste im Kaffee landen. Alle fünf Vollautomaten in diesem Vergleich haben laut Datenblatt und Rezensionen eine entnehmbare Brühgruppe; beim PHILIPS LatteGo 5400 beschreibt eine Langzeit-Rezension die Rastmechanik als unzuverlässig beim Aus- und Wiedereinbau. Danach abtropfen lassen und trocken wieder einsetzen.

Fest verbaute Brühgruppen reinigen sich über ein Spülprogramm, ergänzt um Reinigungstabletten nach Herstellervorgabe. Das genügt für den Betrieb, lässt sich aber nicht kontrollieren. Wer von Hand sauber machen möchte, sollte vor dem Kauf ins Datenblatt sehen.

Milchsystem reinigen

Milch ist das empfindlichste Medium in der Maschine. Reste trocknen in den Kanälen an und lassen sich danach kaum noch lösen. Spülen Sie deshalb nach jedem Bezug, nicht am Ende des Tages — die meisten Geräte bieten dafür einen kurzen Spülgang direkt nach dem Milchgetränk.

Wie aufwendig das ist, unterscheidet die Systeme deutlich. Das LatteGo-System des PHILIPS 5400 besteht laut Hersteller aus zwei spülmaschinenfesten Teilen ohne Schläuche. Eine manuelle Milchaufschäumdüse wie beim De'Longhi Magnifica S wird nach dem Aufschäumen kurz abgedampft und abgewischt. Systeme mit Schlauch und Milchbehälter brauchen einen eigenen Spülgang.

Stromverbrauch und Abschaltautomatik

Die Leistungsaufnahme steht im Datenblatt und reicht in diesem Vergleich von 870 W bei der Rowenta Adagio Milano bis 1850 W beim Sage The Barista Express. Diese Zahl sagt aber wenig über den Verbrauch: Entscheidend ist, wie lange das Gerät heizt und wie lange es eingeschaltet daneben steht.

Deshalb ist die Abschaltautomatik der größere Hebel. Die Rowenta Adagio Milano schaltet laut Datenblatt am Ende des Brühvorgangs ab, die NESPRESSO Essenza Mini geht nach zwei Minuten in den Eco-Modus und nach neun Minuten Inaktivität aus. Für die PHILIPS Senseo Select gibt der Hersteller an, dass der Energiesparmodus den Verbrauch um 52 % senkt.

Bei Filterkaffeemaschinen kommt die Warmhalteplatte dazu. Sie heizt, solange sie an ist, und kocht den Kaffee weiter. Eine Thermokanne braucht dafür keinen Strom.

Wie lange eine Kaffeemaschine hält

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht — die Lebensdauer hängt an Bezügen, Wasserhärte und Pflege. Belastbar sind nur einzelne Berichte aus den ausgewerteten Rezensionen, und die fallen für den De'Longhi Magnifica S bemerkenswert aus: Eine Rezension beschreibt einen Büroeinsatz mit über 16.000 Tassen in gut drei Jahren, bei dem die Maschine nach rund vier Jahren und fast 24.000 Tassen schließlich ausfiel; eine andere Rezension beschreibt eine private Nutzung über neun Jahre.

Was die Lebensdauer verkürzt, ist dagegen gut bekannt: ausbleibendes Entkalken, angetrocknete Milchreste und Dauerlast über der vorgesehenen Auslastung. Zum letzten Punkt merkt eine Rezension zum Magnifica S an, dass die mechanischen Teile größtenteils aus Kunststoff bestehen und für hohe Dauerlast weniger geeignet sind.

Der Aufwand pro Bauart

Grob sortiert, vom kleinsten zum größten täglichen Aufwand:

  • Kapselmaschine — Kapselbehälter leeren, Tank füllen, entkalken. Kein Kaffeefett im Sieb, keine Brühgruppe.
  • Padmaschine — Padhalter ausspülen, Tank füllen, entkalken.
  • Filterkaffeemaschine — Filter wechseln oder Dauerfilter ausspülen, Kanne reinigen, entkalken.
  • Siebträgermaschine — Siebträger ausklopfen und spülen, Dampfstab abdampfen, Brühkopf spülen, entkalken.
  • Kaffeevollautomat — Tresterbehälter und Tropfschale leeren, Milchsystem spülen, Brühgruppe wöchentlich reinigen, entkalken.

Diese Reihenfolge ist beim Kauf mindestens so wichtig wie die Getränkeliste — sie ist aber ein anderer Maßstab als das Kriterium Bedienung, das mit 25 von 100 Punkten in die Bewertung eingeht: Dort zählt die Bedienung im Alltag, nicht der Pflegeaufwand, und die beiden Rangfolgen müssen nicht übereinstimmen. Die Gewichte erklärt der Abschnitt zur Bewertungsmethodik.

Fazit

Drei Handgriffe halten eine Kaffeemaschine über Jahre: Wasserhärte einstellen, dem Entkalkungshinweis folgen und das Milchsystem sofort nach dem Bezug spülen. Alles Weitere steht in der Anleitung des Geräts und ist selten aufwendiger als fünf Minuten pro Woche.

Wie viel Pflege eine Bauart überhaupt verlangt, entscheidet sich vor dem Kauf. Die Abgrenzung steht in der Kaufberatung, die Reinigungswege der einzelnen Geräte in den Einschätzungen im Vergleich — darunter die Empfehlung des Vergleichs, der Tchibo Kaffeevollautomat Esperto mini für Caffè Crema und Espresso, nur 16cm breit: automatisches Entkalkungsprogramm, entnehmbare Brühgruppe.